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Die bekanntesten Sagen der Region |
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| Sagen
werden seit Jahrhunderten erzählt und sind bis zum heutigen
Tage ein fester Bestandteil der Literatur. Eine Sage ist eine, auf
mündlicher Überlieferung basierende, kurze Erzählung
fantastischer Ereignisse, denen aber ein wahres Geschehnis zugrunde
liegt.
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| Krabat der sorbische
Faust |
| Die
Sage des Zauberers Krabat nimmt in der sorbischen Mythologie einen
besonderen Platz ein, hat er doch nachweislich gelebt.
Johann von Schadowitz, historisches Vorbild der Krabatfigur, diente
in der sächsischen Armee unter Kurfürst Johann Georg III.
als Rittmeister (Kapitän) der Kavallerie, zuletzt im Dienstrang
eines Oberst. Wegen seiner Tapferkeit im Krieg gegen die Türken
bekam der aus Agram stammende kroatische Reiter vom Kurfürsten
am 31. März 1691 die Privilegien und Rechte über das Vorwerk
Särchen auf Lebzeiten verliehen. Mit seiner prachtvollen Uniform
und seinem südländischen Aussehen bot Krabat im Dorf ein
respektables und außergewöhnliches Erscheinungsbild.
Seine Reitkünste und das weltgewandte Auftreten boten den Einwohnern
Särchens Stoff für Sagen und Legenden. Er erreichte ein
Alter von 80 Jahren und starb laut Eintragung im Totenbuch von Wittichenau
am 29. Mai 1704 in Särchen.
Krabat gehört u.a. nach Schwarzkollm, Groß Särchen,
Eutrich, Wittichenau, Dresden, ...
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| Pumphut |
In der ärmlichen
Kate eines Fronbauern in Spohla erblickte Martin Niemec, der spätere
Martin Pumphut, das Licht der Welt.
Sein Vater, Jan Niemec, war ein Deutscher, der eine Sorbin geheiratet
hatte. Schnell wuchs Martin zu einem munteren und pfiffigen Jungen
heran, der, als er kräftig geworden war, in der Untermühle
(auch Niedermühle) in Spohla das Müllerhandwerk erlernte.
Da der damalige Aberglaube dem Müller besondere Fähigkeiten
zusprach, sagte man auch vom Gesellen Martin Niemec, dass er Zauberkräfte
besaß.
Als der Meister ihn nichts mehr lehren konnte, ging er auf Wanderschaft.
Er zog von Mühle zu Mühle und übte sehr geschickt sein
Handwerk aus. Gern half er dabei mit viel Witz und
Verstand den schwer arbeitenden Menschen. Seine Zauberkräfte
wendete er gegen Geiz und
Betrügerei an. Martin trug einen spitzen, breitkrempigen Hut,
wie ihn auch die Pumpenbauer trugen. Dieser strohgelbe Hut mit einem
blauen Band wurde sein ständiger Begleiter. Man nannte ihn deshalb
bald nur noch Martin Pumphut.
www.pumphutt.de |
| Die Mittagsfrau |
Die Menschen früherer
Zeiten konnten sich viele Natur- und Wettererscheinungen wie Stürme,
Überschwemmungen, Hagel, große Hitze mit all ihren negativen
Auswirkungen auf ihr Leben nur durch das Wirken und Wüten von
Göttern, Geistern und Dämonen erklären.
Ein solcher Dämon durchstreifte in der Vorstellungswelt der slawischen
Bauern auch an heißen, sonnigen Tagen zur Mittagszeit die Felder
und Fluren. Wenn die Sonne glühend vom Himmel brannte und die
Luft vor Hitze schwirrte, kam sie, die Mittagsfrau (Pripolniza oder
Pripoldnica). Als Hochgewachsene Frau in weißem, langem Gewand,
in der Hand eine Sichel, stand sie plötzlich mit ernstem Gesicht
vor denen, die mittags keine Pause machten, sondern weiter in ihren
Flachs- oder Getreidefeldern arbeiteten. Die Mittagsfrau drohte, jeden
grausam zu töten oder zumindest mit heftigen Kopfschmerzen zu
strafen, der ihr nicht mindestens eine Stunde lang ununterbrochen
von der Feldarbeit erzählen konnte. Vermochte man dies jedoch,
so war ihre Macht gebrochen.
Die Mittagsfrau gehört u.a. nach Trebendorf. |
| Die Lutki |
Im Sagenschatz
vieler Völker spielen Zwerge eine Rolle so gibt es auch in der
Sagenwelt der Sorben die "kleinen Leute" die Lutki oder
Ludki, auch Lutken oder Luttchen genannt. Man stellte sich diese Leutchen
als Erdgeister vor, die in unterirdischen Behausungen wohnten, häufig
in Hügeln, in denen sich frühgeschichtliche Urnen befanden.
Die Lutki sahen aus wie winzige Menschlein, sie hatten lange Barte
und waren uralt, trotzdem flink und wendig. Sie sollen knielange,
meist rote oder weiße Röcke getragen haben, an der Farbe
ihrer pelzbesetzten Mützen erkannte man ihre Sippenzugehörigkeit.
Vom Charakter her waren die Lutki meist freundlich, humorvoll, fried-liebend
und gutmütig. Gelegentlich beschenkten sie kluge, fleißige
und auch arme Menschen. Die Lutki führten ihren Haushalt unter
der Erde, sie butterten, kochten und buken winzige Brotlaibe. Dazu
borgten sie sich gern allerlei Hausrat von den Menschen und bedankten
sich mit kleinen Broten dafür. Sie sollen eine besondere Sprache
gehabt haben und große Angst vor Hunden. Zur Zeit der Christianisierung
der Sorben konnten die Lutki das Läuten der Kirchenglocken nicht
vertragen und so verschwanden sie von der Erde.
www.lausitzerleben.de
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| Der Wassermann |
Schon immer übte
das Wasser auf den Menschen eine große Anziehung aus. Er brauchte
es im täglichen Leben - zum Trinken, zum Fischfang, zum Bewässern
der Felder, als Transportweg. Aber es barg auch Gefahren in sich -
wenn es über die Ufer trat oder wenn Menschen beim Baden ertranken.
Dann war es unheimlich und bedrohlich. Es war, als ob geheimnisvolle
Mächte am Wirken waren.
So entstand die Figur des Wassermanns.
Er lebte in seinem feuchten Reich - in Seen oder Flüssen - und
versuchte, die Menschen zum Bade zu locken, um sie dann zu ertränken.
Aber auch positive Eigenschaften werden ihm nachgesagt: Hilfsbereitschaft
gegenüber Armen, gute Kontakte zu den Dorfbewohnern, Musikliebe.
Äußerlich erkannte man den Wassermann und seine Familie
an ihren nassen Kleidersäumen. Wie die Menschen auch, waren Wassermänner
verheiratet und hatten Kinder, die gern ins Dorf zum Tanz gingen und
sich in die Dorfmädchen oder Burschen verliebten.
Der Wassermann gehört u.a. nach Guttau |
| Die Irrlichter |
In Sümpfen und Mooren
kann man mitunter nachts ein kurzes Aufleuchten und schwach bläulich
glimmende Flämmchen beobachten. Wahrscheinlich sind es sich spontan
entzündende Faulgase. Ihr unvorhersehbares Erscheinen erschwert
die Erforschung und so entstand der Glaube an geheimnisvolle, kleine
Lebewesen - die Irrlichter oder Irrwische. Sie werden als schadenfrohe
Gnome beschrieben, die gern mit den Menschen ihren Schabernack trieben.
So lockten sie vor allem Vorwitzige oder Betrunkene nachts in die
Irre, so dass sie in die Sümpfe gerieten. Sie haben aber auch
gute Seiten. So zeigten sie sich hilfreich den Verirrten und geleiteten
sie sicher nach Hause. Allerdings erwarteten sie dafür eine Belohnung.
Blieb diese aus, war mit böser Rache zu rechnen.
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| Der Plon |
Der Plon oder der Drache ist
ein Hausgeist, den man sich insgeheim wünschte und gleichzeitig
abergläubisch fürchtete. Plon bedeutet "der Reichtumbringende".
Als feurige Lufterscheinung zog er durch den Schornstein in das Haus
und teilte auf dem Dachboden seine Gaben aus. Dafür wollte er
aber auch gut gepflegt und gefüttert werden, sonst rächte
er sich fürchterlich z.B. mit einem Hausbrand. Bei seinem anschließenden
Verschwinden nahm er alle Gaben wieder mit. Später wurde der
Plon zum geheimen Glücksbringer. Dies dürfte wohl auf den
Neid und die Missgunst der Menschen zurückzuführen sein,
die den Fleißigen und Tüchtigen ihren Erfolg nicht gönnten
und diesen übernatürliche Kräfte zuschrieben.
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